Neuerwerbung:
Maria Lactans – Eine bedeutende Rückkehr ins Bode-Museum
Mit dem Erwerb einer seltenen Büste der stillenden Muttergottes (Maria Lactans) aus Ulm, entstanden um 1510/20, konnte der Kaiser Friedrich Museumsverein ein außergewöhnliches Werk oberschwäbischer Spätgotik für die Berliner Skulpturensammlung sichern.
Die kleinformatige Lindenholzskulptur besticht durch ihre meisterhafte Ausführung: fein ziselierte Haarsträhnen, virtuos gestaltete Finger und weiche Faltenverläufe zeugen von der hohen Handwerkskunst eines unbekannten Meisters. Besonders reizvoll ist die Verbindung der Darstellung Mariens mit einer integrierten Reliquiarfunktion. Das ist eine Kombination, die in dieser Form einzigartig ist.
Das Werk verbindet zwei bedeutende Kapitel Berliner Kulturgeschichte: Als Teil der Sammlung des jüdischen Bankiers und Kunstmäzens Jakob Goldschmidt gehörte es einst zu den herausragenden Privatsammlungen im Berliner Tiergartenviertel. Nach seiner Versteigerung unter dem Druck der NS-Verfolgung im Jahr 1936 gelangte es in die Staatlichen Museen zu Berlin. Im Januar 2022 wurde es an die Erben Jakob Goldschmidts restituiert. Der Kaiser Friedrich Museumsverein erwarb die Büste im März 2025 auf der TEFAF Maastricht – und führt sie damit zurück in ihren historischen Sammlungskontext.
Im Bode-Museum wird die Büste dauerhaft in der Präsentation spätmittelalterlicher Skulptur zu sehen sein. Sie wurde erstmals präsentiert in einer Sonderausstellung zur Geschichte der Sammlung Benoît Oppenheim im Herbst 2025.
Der Ankauf wurde ermöglicht durch die großzügige Förderung der Kulturstiftung der Länder, der Friede Springer Stiftung, der Berliner Volksbank und der Weberbank. Die Sonderausstellung wurde unterstützt durch das Bankhaus Metzler und die Ursula Lachnit Fixson Stiftung. Wir danken herzlich!
Maria Lactans
Büste der stillenden Muttergottes (Maria Lactans) aus Ulm, entstanden um 1510/20

