Matteus Stom

(vermutlich) Amersfoort um 1600 – nach 1645 Sizilien

Sarah führt Abraham Hagar zu

1642 – nach 1645

Höhe: 168, Breite: 112,5

Das Gemälde „Sarah führt Abraham Hagar zu“ schildert eine Schlüsselszene des Alten Testamentes (1. Mose 16): Der 86-jährige Abraham, Stammvater Israels und seine Frau Sarah sind kinderlos geblieben. Um für Nachkommen zu sorgen beschließt Sarah, ihrem Mann die junge ägyptische Magd Hagar zuzuführen. Sarah ist dargestellt mit faltiger Haut und wird in deutlichem Gegensatz zur makellosen, jungen Hagar präsentiert.

In der Berliner Gemäldegalerie lässt sich die Entwicklung und Verbreitung des Caravaggismus, einer besonderen Strömung in der Malerei des Barock, so gut wie lückenlos nachvollziehen. Matteus Stom zählt zu den wichtigsten Repräsentanten der niederländischen Caravaggisten. Bisher war er in der Gemäldegalerie hervorragend durch eine in sich schlüssige Gruppe von drei großformatigen, biblischen Gemälden vertreten, darunter auch die Darstellung von „Sarah führt Abraham Hagar zu“.

Rückerwerbung eines Restitutionsfalls

Im April 2019 hat die Stiftung Preußischer Kulturbesitz insgesamt fünf Kunstwerke an die Erben des Berliner Kunsthändlers Heinrich Ueberall (1869–1939) restitutiert.
Ueberall unterlag als jüdischer Kunsthändler nach 1933 Repressionen durch das NS-Regime, die dazu führten, dass er seine Kunsthandlung aufgeben musste. Die Kunstwerke hatte Heinrich Ueberall als Kreditsicherheiten an die Dresdner Bank übertragen, die sie 1935 verwertete. Nach der Restitution an die ursprüngliche Eignerfamilie 2019 gab diese das Gemälde bei Sotheby’s in London zur Auktion. Es gelang dem Vorstand, mit Hilfe von Darlehen das Werk zu ersteigern.

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Matteus Stom - Sarah führt Abraham Hagar zu. KFMV Berlin

KFMV , erworben 2019, Foto: Christoph Schmidt